Update: Schweres Erdbeben erschüttert Neuseeland

Kia Ora meine Lieben,

in der Nacht vom Sonntag, den 13. November auf den Montag hat sich gegen Mitternacht ein Erdbeben der Stärke 7,4 ereignet. Uns allen in Taranaki geht es gut, außer ein paar Stromausfällen gibt es keine großen Schäden. Auf der Südinsel, das Epizentrum lag rund 90km von Christchurch entfernt, gab es jedoch zwei Tote und eine Stadt, Kaikoura, war komplett von der Außenwelt isoliert.

Viele haben mich bereits über WhatsApp, Facebook und Instagram angeschrieben, ob bei uns alles in Ordnung sei und wie sich sowas anfühlt, weshalb ich euch jetzt einfach mal meine Erfahrung schildern werde.

Um genau 0:02 Uhr Ortszeit wache ich ohne ersichtlichen Grund auf und schaue auf mein Handy, um zu sehen ob es schon Zeit zum Aufstehen ist. Erst wenige Sekunden später habe ich das Rütteln in meinem Bett gemerkt und die Geräusche von den Bildern, die gegen die Wand schlugen und Gegenständen, die auf meinem Nachttisch umhergerutscht sind wurden lauter. Mit Handy in der Hand, um notfalls Hilfe zu rufen, bin ich zur Tür getaumelt, um mich in den Türrahmen zu stellen, weil es dort wohl sicherer sei. Auf dem Weg dorthin viel mir ein Bilderrahmen in die Arme, den ich aber unbeachtet auf mein Bett geworfen habe und Schutz gesucht habe. Über fünf Minuten stand ich mit dem Rücken gegen den Türrahmen gepresst und habe gewartet, bis Boden und Wände stillstanden. Es hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Und wenn das Erdbeben hier schon noch so krass war, obwohl wir weit vom Epizentrum weg sind, kann man sich nur vorstellen wie heftig es da gewesen sein muss.

Zitternd und mit Herzrasen bin ich nach einigem Verharren wieder ins Bett und habe Freunden und Familie versichert, dass wir in Ordnung sind. Über die Nacht hinweg gab es noch weitere, jedoch kleine und kurze Nachbeben, weshalb keiner wirklich viel Schlaf bekommen hat. Laut Aussagen von anderen Müttern und meiner Gastfamilie hier in Patea war dies auch das stärkste Beben, was sie bisher erlebt haben.

Ich hoffe, dass es zu keinen weiteren Schäden auf der Südinsel kommt und dass es allen dort gut geht. Die Tsunamiwarnung, die für die betroffene Region ausgehängt wurde, wurde zum Glück eingestellt. Dennoch sollen alle Bewohner, auch wir hier, vom Strand wegbleiben.

Ich melde mich bald wieder mit meinem nächsten Artikel von meinem Wochenende, jedoch fand ich es erstmal wichtiger euch über die Situation zu informieren.

Stay safe,

Becca (:

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